Discussion:
Automatische Parken bei Nichtbenutzung
(zu alt für eine Antwort)
Klaus Gawol
2017-07-20 08:37:19 UTC
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Hallo,

zur bequemen Datensicherung und zum Speichern von Fotos möchte ich in
meinen Rechner eine 2. Festplatte einbauen.

Da die Festplatte nicht ständig auf vollen Touren laufen muss, soll sie
bei Nichtbenutzung nach ein paar Minuten automatisch zur Ruhe kommen
(Abschalten/Stillstand/Standby).

Ich konnte leider keine Informationen über das Verhalten der
Festplattenangebote finden, die auf diesen Punkt eingehen.

Ist dieses automatische Verhalten bei allen Festplatten normal oder gibt
es da Ausnahmen, auf die man achten muss?

Gruß Klaus
helge.adler
2017-07-20 11:07:38 UTC
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Post by Klaus Gawol
Hallo,
[spindown]
Vor dem Kauf der 2. Festplatte auf der Webseite des Herstellers nach
entsprechendem Tool suchen, mittels dem sich durch den Anwender die Leerlaufzeit
bis zum spindown *einstellen* laesst.

Rechne nach:

Du haengst die Kamera an den PC, verschiebst die neuesten Fotos auf die neue
Platte, verschickst an die Oma die Geburtstagsbilder, guckst an, druckst
aus.......

Koepfe parken/starten und spindown/spinup belasten die Platte mechanisch, sollte
also nicht in jeder Arbeitspause passieren. Wohl aber dann, wenn laengere Zeit
nix passiert: zwei/drei Std. Leerlauf und dann Köpfe parken etc. waeren demnach
keïn schlechter Wert.....

Das sollte sich also einstellen lassen mit dem Tool.


Wuensche viel Erfolg!
Marcel Mueller
2017-07-20 17:37:43 UTC
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Post by helge.adler
Post by Klaus Gawol
Hallo,
[spindown]
Vor dem Kauf der 2. Festplatte auf der Webseite des Herstellers nach
entsprechendem Tool suchen, mittels dem sich durch den Anwender die Leerlaufzeit
bis zum spindown *einstellen* laesst.
Bei allen SATA Platten geht das per Standard-Kommando. Unter Linux geht
das mit dem Befehl hdparm -S...

Einziger Pferdefuß, im Gegensatz zu SCSI/SAS Platten merken sich viele
SATA Platte die Einstellung nicht. Der Vorgang muss also nach jedem
Rechnerstart wiederholt werden. Entweder in einem Startup-Skript oder
als Regel für
Post by helge.adler
Koepfe parken/starten und spindown/spinup belasten die Platte mechanisch, sollte
also nicht in jeder Arbeitspause passieren.
Daran ist in der Praxis noch keine Platte gestorben.


Marcel
helge.adler
2017-08-04 15:35:45 UTC
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Post by Marcel Mueller
Post by helge.adler
Koepfe parken/starten und spindown/spinup belasten die Platte mechanisch,
sollte also nicht in jeder Arbeitspause passieren.
Daran ist in der Praxis noch keine Platte gestorben.
Marcel
Ja, an gelegentlichem Kopfparken sterben die sicher nicht. WD-Platten
(RED-Serie) hatten jedoch vor einiger Zeit ein (behobenes) Firmwarepropblem,
weil die Koepfe nach wenigen Sekunden der Inaktivitaet jedesmal geparkt wurden.
Dadurch wurden binnen weniger Tage die Koepfe zigtausende Male ueberfluessig
geparkt. Auf denkbare vorzeitige mechanische Ausfaelle wollte man nicht warten
und revidierte die Firmware.

Bei Ready-NAS-Systemen kann der Spindown (der ein Koepfeparken natuerlich
inkludiert) auf vielfache Anfragen der User inzwischen in mehreren Stufen
eingestellt werden. Von wenigen Minuten bis zu drei Stunden Inaktivitaet (nach
Aktivitaeten, also lesen/scheiben) sind im Betriebssystem des NAS (OS v6.x)
dauerhaft einstellbar.
Marcel Mueller
2017-08-04 15:57:59 UTC
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Post by helge.adler
Bei Ready-NAS-Systemen kann der Spindown (der ein Koepfeparken natuerlich
inkludiert) auf vielfache Anfragen der User inzwischen in mehreren Stufen
eingestellt werden. Von wenigen Minuten bis zu drei Stunden Inaktivitaet (nach
Aktivitaeten, also lesen/scheiben) sind im Betriebssystem des NAS (OS v6.x)
dauerhaft einstellbar.
Das kann man eigentlich immer einstellen. Der SATA Standard gibt das her.

Blöderweise merken sich die meisten SATA Platten die Einstellung nicht,
wenn der Strom weg ist. Und dann kommt es doch auf das Betriebssystem
an, um sie immer wieder zu setzen. Da aber die allermeisten NAS Linux
nutzen, sollte es gehen.


Marcel
helge.adler
2017-08-04 21:05:28 UTC
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Post by Marcel Mueller
Post by helge.adler
Bei Ready-NAS-Systemen kann der Spindown (der ein Koepfeparken natuerlich
inkludiert) auf vielfache Anfragen der User inzwischen in mehreren Stufen
eingestellt werden. Von wenigen Minuten bis zu drei Stunden Inaktivitaet (nach
Aktivitaeten, also lesen/scheiben) sind im Betriebssystem des NAS (OS v6.x)
dauerhaft einstellbar.
Das kann man eigentlich immer einstellen. Der SATA Standard gibt das her.
Und ein Readynas mit einem angepassten OS nutzt diesen Standard. So auch in
meinem NAS (ARM-Prozessor mit Linux).
Post by Marcel Mueller
Bloederweise merken sich die meisten SATA Platten die Einstellung nicht,
wenn der Strom weg ist. Und dann kommt es doch auf das Betriebssystem
an, um sie immer wieder zu setzen. Da aber die allermeisten NAS Linux
nutzen, sollte es gehen.
Und genau hierin liegt das Problem: diese betr. Platte hier ist nur per
SATA-USB-Adapter (ICY-Box) extern an den Rechner angeschlossen.

Das OS (Win7) des Host-Rechners greift auf die 'eingebauten' SATA-Möglichkeiten
der Platte betr. Spindown/Spinup offenbar gar nicht erst zu. Somit verwaltet das
Betriebssystem der Platte sich und die Seinigen eigenstaendig und unabhaengig
von Windows und den Beduerfnissen der installierten Anwendungen - Ergebnis:

Wenige Minuten nach einem lesenden oder schreibenden Zugriff auf die Platte
schlaeft diese mittels spindown regelrecht wech und verursacht das beschriebene
Problem (Anwendungscrash bei folgenden Zugriffsversuchen).

Und natuerlich schalte ich die USB-SATA-Box nach getaner Arbeit mitsamt der
Platte vom Strom ab (hat eigenes Netzteil).


Danke fuer deine bisherigen Erlaeuterungen, langsam begreife ich, wo hier der
Hase im Pfeffer liegt.

Jetzt fehlt mir nur noch eine passende Software-Loesung.....
helge.adler
2017-08-05 02:49:47 UTC
Permalink
Post by helge.adler
Jetzt fehlt mir nur noch eine passende Software-Loesung.....
Habe jetzt vermutlich was gefunden:

http://forum.chip.de/festplatten-laufwerke-ssd/spindown-abschalten-1351943.html

Mittels CrystalDiskInfo bzw. HDDScan lasst sich der autom. Spindown der Platte
voruebergehend abschalten. Das werde ich dann mal die Tage auf dem betr. Rechner
versuchen.
helge.adler
2017-08-04 15:50:02 UTC
Permalink
Post by Klaus Gawol
[spindown]
Bei allen SATA Platten geht das per Standard-Kommando.
Kannst du mir das bitte naeher erklaeren? (OS: Win7)

Eine Anwendung greift auf eine per USB angeschlossene Datenplatte (3,5"-Samsung)
zu, aber letztere legt sich leider kurze Zeit nach einem Zugriff schlafen.
Dadurch bricht die Anwendung beim Zugriff mit einem Crash ab, weil die Platte
aus dem spindown heraus nicht schnell genug reagiert bzw. nicht schnell genug
hochlaeuft. Mit interner Platte gibts dieses Problem nicht.

Danke fuer einen hilfreichen Tip!
Marcel Mueller
2017-08-05 06:02:55 UTC
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Post by helge.adler
Post by Klaus Gawol
[spindown]
Bei allen SATA Platten geht das per Standard-Kommando.
Kannst du mir das bitte naeher erklaeren? (OS: Win7)
Eine Anwendung greift auf eine per USB angeschlossene Datenplatte (3,5"-Samsung)
^^^
Hier liegt der Hund begraben.
USB verwendet einen komplett anderen Kommandosatz als SATA, nämlich SCSI
RBC. Und jetzt kommt es auf die USB SATA Bridge oder aber den fest
eingebauten USB-Controller der Platte an.

Bei SCSI gibt es solche Einstellungen auch, aber sie ticken anders. Der
Funktionsumfang ist größer. Das beginnt damit, dass man die Einstellung
permanent auf der Platte speichern kann, was bedeutet, es genügt wenn
man es einmalig mit irgendeinem Werkzeug setzt. Des Weiteren kommen
SCSI-Devices nach einem Spin-Down nicht von alleine wieder hoch, sondern
müssen nach einem NOT READY Fehler erst mit START UNIT wieder angestupst
werden. Hier ist der Betriebssystem-Kernel am Zug.

Soweit zur Theorie. In der Praxis ist das für den Hersteller Arbeit, das
zu implementieren. Das tut kaum einer in der Consumer-Class.
Und an diesem Punkt beginnt die Reise durch das Land undefinierten
Verhaltens, wo jeder macht, was er will. Kurzum, was mit USB Platte X
funktioniert muss mit USB Platte Y noch lange nicht funktionieren.
Post by helge.adler
zu, aber letztere legt sich leider kurze Zeit nach einem Zugriff schlafen.
Möglicherweise ist das im Controller der Platte hart kodiert und kann
nicht oder nur durch herstellerspezifische Verfahren geändert werden.
Post by helge.adler
Dadurch bricht die Anwendung beim Zugriff mit einem Crash ab, weil die Platte
aus dem spindown heraus nicht schnell genug reagiert bzw. nicht schnell genug
hochlaeuft.
Schau mal, ob der Windows-Kernel oder die Anwendung die Notbremse zieht.
Ersteres würde sich in den Event-Logs von Windows manifestieren,
zweiteres nicht. Eine Analyse der I/O-Kommandos mithilfe des Programms
Process Monitor (von MS) könnte ebenfalls Erhellung in die Sache bringen.

Wenn der Kernel mit einen I/O-Fehler auf ein Disk-Kommando des Programms
im fraglichen Zeitraum antwortet, würde ich mal gucken, ob man per
Registry den Timeout-Parameter des USB MSD-Treibers hoch setzen kann.

Wenn es keine I/O-Fehler gibt, müsste man im Dunstkreis der
Einstellungen der Anwendung wühlen, falls es da überhaupt
Einstellmöglichkeiten gibt. Wenn Du in diesem Fall keine Optionen
findest, muss einer der beiden, das Anwendung oder die Platte gehen.
Eine Vergrößerung der Dauer, bis die Platte runter fährt würde hier auch
nicht helfen. Es würde nur die Häufigkeit der Abstürze verringern.
Post by helge.adler
Mit interner Platte gibts dieses Problem nicht.
Genau das meinte ich oben.

In diesem Fall wird Dir vmtl. zum Verhängnis, dass es USB2 Platten gibt,
die sehr langsam hochdrehen, um die Stromverbrauchslimits nicht (zu
sehr) zu reißen. Vor allem bei großen Platten mit vielen Plattern kann
das signifikant lange dauern.


Marcel

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