Discussion:
moderne HDDs fehleranfällig, alte HDDs für die Ewigkeit?
(zu alt für eine Antwort)
Heiko Wetteborn
2018-03-14 09:12:44 UTC
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Raw Message
Hallo,
in meinem Windows-Rechner, den ich seit mind. 10 Jahren hardwaremäßig
nicht auf- oder umgerüstet habe, werkeln zwei Festplatten:
1. HDD ist eine Samsung SP1614 mit 160 GB Kapazität, auf der sich das
BS befindet und als Bootlaufwerk verwendet wird und die
2. HDD ist eine Samsung HD501LJ mit 500 GB Kapazität, auf der sich
diverse Nutzdaten befinden.

Beide Festplatten sind mind. 10 Jahre alt und verrichten ihren Dienst
wie am ersten Tag. Die S.M.A.R.T-Werte weisen keinerlei Auffälligkeiten auf.

Nun habe ich vor einem Jahr eine 1 TB Festplatte, ebenfalls von Samsung,
in den Rechner eingebaut, womit dann drei HDDs ihren Dienst verrichten
sollten.
Und bereits nach 9 Monaten tauchten auf dieser 1 TB-Platte erste
Sektorfehler auf und die Schreibgeschwindigkeit sank langsam ab. Nun hat
sie vor 3 Tagen ihren Dienst völlig versagt. Sie wird nicht mehr von
Windows gefunden, obwohl sie beim Neustart des Rechners mit anläuft.
Dann baute ich die 1 TB Platte aus dem Rechner aus und in ein externes
USB-Gehäuse und schaltete sie ein. Die Platte startete ganz normal,
wurde aber von Windows auch am USB-Port nicht erkannt.
Ich habe mich damit abgefunden, dass ich die 1 TB-Platte wohl entsorgen
kann.

Diese Erfahrung brachte mich allerdings auch zum Nachdenken. Sind
moderne Festplatten (nicht SSDs) wirklich so störanfällig geworden oder
habe ich da ein Montagsgerät erwischt?
Ähnliche Erfahrungen durfte ich vor 4 Jahren mit zwei
Seagate-Festplatten, je 1 TB, in einem NAS machen. Zuerst gab die eine
HDD auf, kurze Zeit später dann auch die zweite HDD. Und das NAS war
gerade mal 2 Jahre im Einsatz, allerdings nicht im Dauereinsatz.

Sind die Festplatten, die vor 10 Jahren hergestellt wurden, für die
Ewigkeit gebaut und die heutigen Modelle allesamt für den Schrott
produziert?

Gruß
Heiko
Christian Potzinger
2018-03-14 09:36:06 UTC
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Raw Message
Post by Heiko Wetteborn
Sind die Festplatten, die vor 10 Jahren hergestellt wurden,
für die Ewigkeit gebaut und die heutigen Modelle allesamt
für den Schrott produziert?
Kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen. Hier ist *mir* in
den letzten 10 Jahrem nur eine einzige HD eingegangen. Von
PCs, die ich repariert habe, sind natürlich neuere HDs öfter
als alte gestorben. Das hängt aber auch damit zusammen, dass
richtig alte HDs kaum jemand so lange in Benutzung hat.

Meine Erfahrung: Die Platte geht entweder gleich zu Beginn
ein oder hält "ewig". Wobei ich keinen Vorteil zu Gunsten
alter Platten erkennen kann.

Just my 2¢.
--
ryl: G'Kar
Andreas Bockelmann
2018-03-14 16:01:37 UTC
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Raw Message
Post by Christian Potzinger
Meine Erfahrung: Die Platte geht entweder gleich zu Beginn
ein oder hält "ewig". Wobei ich keinen Vorteil zu Gunsten
alter Platten erkennen kann.
Ich bin nachtragend, aber:
In den 90ern gab es von Seagate die berühmte ST51270A
<http://stason.org/TULARC/pc/hard-drives-hdd/seagate/ST51270A-MEDA-1270SL-1282MB-3-5-SSL-ATA2-FAST.html>

Die war klein, flach und für ihre Zeit recht schnell. Aber es war ein
perfides Biest. Sie parkte ihre Köpfe beim Abschalten unzuverlässig, was zu
einem schleichenden Defekt führte. Mir sind damals drei Stück innerhalb von
1,5 Jahren verreckt.

Aber in den letzten Jahren habe ich keine Defekte an Magnetplatten
vernommen. Lediglich eine Transcend SSD hat das Zeitliche gesegnet. zum
Glück kurz vor Ablauf der Garantie.

Ich verwende allerdings hauptsächlich Notebookplatten.
--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
Shinji Ikari
2018-03-14 10:56:43 UTC
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Raw Message
Guten Tag

Zum Betreff: das kann man sagen, weil aeltere HDDs meist weniger
Kapazitaet haben.
Post by Heiko Wetteborn
Hallo,
in meinem Windows-Rechner, den ich seit mind. 10 Jahren hardwaremäßig
1. HDD ist eine Samsung SP1614 mit 160 GB Kapazität...
2. HDD ist eine Samsung HD501LJ mit 500 GB Kapazität,...
Beide Festplatten sind mind. 10 Jahre alt und verrichten ihren Dienst
wie am ersten Tag. Die S.M.A.R.T-Werte weisen keinerlei Auffälligkeiten auf.
Glueck. Ich habe leider schon einige Samsung HD501LJ wegen massivem
Fehlern ausmustern muessen.
Post by Heiko Wetteborn
Nun habe ich vor einem Jahr eine 1 TB Festplatte, ebenfalls von Samsung,
in den Rechner eingebaut, womit dann drei HDDs ihren Dienst verrichten
sollten.
Und bereits nach 9 Monaten tauchten auf dieser 1 TB-Platte erste
Sektorfehler auf und die Schreibgeschwindigkeit sank langsam ab.
Kann passieren.
Post by Heiko Wetteborn
Nun hat
sie vor 3 Tagen ihren Dienst völlig versagt. Sie wird nicht mehr von
Windows gefunden, obwohl sie beim Neustart des Rechners mit anläuft.
Du hast echt soviel mehr Geld fuer eien neue Samsung 1TB ausgegeben,
obwohl die 1Tb einer anderen marke teils weniger als 50% der Samsung
kosten? Oder ist die auch schon gebraucht gewesen?
Post by Heiko Wetteborn
Dann baute ich die 1 TB Platte aus dem Rechner aus und in ein externes
USB-Gehäuse und schaltete sie ein. Die Platte startete ganz normal,
wurde aber von Windows auch am USB-Port nicht erkannt.
Ich habe mich damit abgefunden, dass ich die 1 TB-Platte wohl entsorgen
kann.
Ausfaelle im Betrieb sind leider immer und jederzeit moeglich.
Post by Heiko Wetteborn
Sind
moderne Festplatten (nicht SSDs) wirklich so störanfällig geworden oder
habe ich da ein Montagsgerät erwischt?
Wenn es vor 1 Jahr noch neuware war: Pech gehabt: 'Montagsgeraet'.
Ja, heutige Festplatten mit weitaus mehr Kapazitaet (aktuell bis 12TB
im 3,5" Format auf dem Consumermarkt verfuegbar) schreiben so eng dass
es schwieriger ist die geschriebenen Daten sauber auszulesen.
Zusaetzlich wirkt sich aus, dass beispielsweise eine Platte, die
beispielsweise alle 5Tb einen Bitfehler haben duerfte bei einer 1Tb
grossen Kapazitaet eben sehr selten diesen statistischen Fehler hat.
Aber bei einer Platte mit >10Tb sind dann schon 2 Bits statistisch
betroffen.
Somit koennte das 'Milchmaedchen' sagen, dass eine so grosse Platte
direkt mit 2 Fehlern aus dem Werk kommen koennte, waehrend bei den 1Tb
Platten nur jede 5te. Platte einen solchen Fehler haben duerfte..
Post by Heiko Wetteborn
Ähnliche Erfahrungen durfte ich vor 4 Jahren mit zwei
Seagate-Festplatten, je 1 TB, in einem NAS machen. Zuerst gab die eine
HDD auf, kurze Zeit später dann auch die zweite HDD.
Sollten es Platten mit sehr aehnlichen Seriennummern oder aus den
selben Chargen sein, ist ein aehnliches Fehlverhalten nicht
ungewoehnlich.
Evtl. wurden sie auch mit der selben Lieferung gleich im Paketwagen
rumgekegelt.




Detlef Wirsing
2018-03-15 11:35:03 UTC
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Raw Message
Shinji Ikari schrieb:

[...]
Post by Shinji Ikari
Ja, heutige Festplatten mit weitaus mehr Kapazitaet (aktuell bis 12TB
im 3,5" Format auf dem Consumermarkt verfuegbar) schreiben so eng dass
es schwieriger ist die geschriebenen Daten sauber auszulesen.
[...]

Deshalb bin ich erstaunt, wie zuverlässig heutige Platten mit großen
Kapazitäten funktionieren. Meine Ausfälle sind gering. Von ca. 20
halbwegs aktuellen Platten (ab 1 TB) ist mir eine in den letzten
Jahren ausgefallen. Das kündigte sich durch die SMART-Werte an und
wurde von WD innerhalb der Garantiezeit problemlos geregelt.

Ich habe eine recht große Sammlung von Fernsehaufnahmen, inzwischen
größtenteils in HD. Die muss immer wieder mal auf größere Platten
umziehen, sobald der Platz ausgeht. Deshalb kopiere ich häufiger große
Datenmengen, die ich danach mittels MD5-Checksummen überprüfe, damit
sich keine Kopierfehler einschleichen. Ich hatte bisher keinen
einzigen.

Den Hersteller halte ich auch für egal. Ich bevorzuge WD, weil deren
Platten am leisesten sind. Meine Datengräber laufen durchweg mit 5400
rpm, weil im Videobereich Geschwindigkeit nicht so wichtig ist. Von
Samsung bin ich vor Jahren weg, weil sie dröhnten und brummten wie
Hupe. Der ganze Schreibtisch vibrierte.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing
Shinji Ikari
2018-03-15 11:56:37 UTC
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Raw Message
Guten Tag
Post by Detlef Wirsing
Deshalb bin ich erstaunt, wie zuverlässig heutige Platten mit großen
Kapazitäten funktionieren. Meine Ausfälle sind gering. Von ca. 20
halbwegs aktuellen Platten (ab 1 TB) ist mir eine in den letzten
Jahren ausgefallen. Das kündigte sich durch die SMART-Werte an und
wurde von WD innerhalb der Garantiezeit problemlos geregelt.
Aktuell habe ich eien 10TB Exos von Seagate, bei der Seagate darauf
besteht, dass fuer einen Tausch/RMA-Fall deren Tool einen Fehler
meldet. Dieses Tool meldet trotz nun mittlerweile >4000 real.
Sec.Count weiterhin Smarttest bestanden. 8((
naja, dann wird sie eben solange an den fraglichen stellen gequaelt,
bis das tool meldet. Habe ja noch rund 4,5 Jahre dafuer Zeit. 8)
Post by Detlef Wirsing
Deshalb kopiere ich häufiger große
Datenmengen, die ich danach mittels MD5-Checksummen überprüfe, damit
sich keine Kopierfehler einschleichen. Ich hatte bisher keinen
einzigen.
Ich habe vor Kurzem meinen Backupserver auf einen neuen SAS-Kontroller
umgestellt und musste alle Daten aufspielen. Bei >190TB Kapazitaet
waren schon 4 oder 5 veraenderte Dateien dabei. Aber dafuer habe ich
ja auch Checksummen und konnte die fehlerfreien Dateien aus dem
letzten Backupsatz wieder einspielen.
Post by Detlef Wirsing
Den Hersteller halte ich auch für egal.
Dito. Und da oft Seagate guenstig ist, sind es bei mir eben
ueberwiegend Seagates. Aber einige HGST & WD HDD sind in meinen
Servern und Clients auch drin.
Post by Detlef Wirsing
Von
Samsung bin ich vor Jahren weg, weil sie dröhnten und brummten wie
Hupe.
Abgesehen von 2,5" HDDs haben SamsungHDDs (welche ja nun zu Seagate
gehoeren) keien ausreichend grossen Kapazitaeten fuer mich.
Detlef Wirsing
2018-03-15 15:44:34 UTC
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Raw Message
Shinji Ikari schrieb:

[...]
Post by Shinji Ikari
Abgesehen von 2,5" HDDs haben SamsungHDDs (welche ja nun zu Seagate
gehoeren) keien ausreichend grossen Kapazitaeten fuer mich.
Jetzt vielleicht. Aber als ich Samsung ausmusterte, waren 500 GB
aktuell. Von Seagate hatte ich Jahre später mal einen externen
Dröhnemann mit 3 TB hier. Sowas kommt mir nicht ins Haus. Aber die
Bedürfnisse sind unterschiedlich. Deshalb verkaufen sich ja
konkurrierende Produkte.

Auf die Nase fallen kann man trotzdem immer. Die WD60PURZ (purple),
die ich letztens gekauft habe, parken dauernd laut hörbar die Köpfe.
Deshalb fliegen sie aus meinem HTPC wieder raus und werden zu
Backup-Platten degradiert. Die inzwischen eingestellte WD60EARX
(green) macht solchen Radau nicht. Ich hoffe, die jetzt eingeplanten
WD60EARZ (blue) auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing
Wolf gang P u f f e
2018-03-18 09:36:58 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Detlef Wirsing
Auf die Nase fallen kann man trotzdem immer. Die WD60PURZ (purple),
die ich letztens gekauft habe, parken dauernd laut hörbar die Köpfe.
Deshalb fliegen sie aus meinem HTPC wieder raus und werden zu
Backup-Platten degradiert. Die inzwischen eingestellte WD60EARX
(green) macht solchen Radau nicht. Ich hoffe, die jetzt eingeplanten
WD60EARZ (blue) auch nicht.
Die Farbangabe hat was mit dem vom Hersteller vorgesehenen
Einsatzzeweck der Platte zu tun. Also Augen auf beim Plattenkauf.
Es gibt Platten für USB-Gehäuse und NAS-System, die nach wenigen
Sekunden die Kopfe parken und die Drehzahl reduzieren, und es gibt
Desktop oder Serverplatten, die das nicht tun.
https://idomix.de/wd-black-blue-red-purble-was-die-farben-bei-western-digital-bedeuten

W.
Detlef Wirsing
2018-03-18 11:28:47 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Detlef Wirsing
Auf die Nase fallen kann man trotzdem immer. Die WD60PURZ (purple),
die ich letztens gekauft habe, parken dauernd laut hörbar die Köpfe.
Deshalb fliegen sie aus meinem HTPC wieder raus und werden zu
Backup-Platten degradiert. Die inzwischen eingestellte WD60EARX
(green) macht solchen Radau nicht. Ich hoffe, die jetzt eingeplanten
WD60EARZ (blue) auch nicht.
Die Farbangabe hat was mit dem vom Hersteller vorgesehenen
Einsatzzeweck der Platte zu tun. Also Augen auf beim Plattenkauf.
Es gibt Platten für USB-Gehäuse und NAS-System, die nach wenigen
Sekunden die Kopfe parken und die Drehzahl reduzieren, und es gibt
Desktop oder Serverplatten, die das nicht tun.
https://idomix.de/wd-black-blue-red-purble-was-die-farben-bei-western-digital-bedeuten
Das war mir vor dem Kauf bewusst. Für meine Anwendung als Datengrab
für Videoaufnahmen tut es prinzipiell jede Platte, die nicht zu laut
ist. Und dass die Purple mit den Köpfen klackert wir blöd, ist
nirgends nachzulesen. Das tut sie sowohl im Betrieb als auch im Idle,
z.B. wenn der Rechner hochgefahren wird und auf die Eingabe des
Veracrypt-Passworts wartet.

Gestern habe ich, entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten, zwei
Schreibvorgänge auf eine Purple parallel gestartet. Bei dem Krach der
Köpfe versteht man die Dialoge im Fernsehen nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing
Andreas Bockelmann
2018-03-19 09:22:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolf gang P u f f e
Post by Detlef Wirsing
Auf die Nase fallen kann man trotzdem immer. Die WD60PURZ (purple),
die ich letztens gekauft habe, parken dauernd laut hörbar die Köpfe.
Deshalb fliegen sie aus meinem HTPC wieder raus und werden zu
Backup-Platten degradiert. Die inzwischen eingestellte WD60EARX
(green) macht solchen Radau nicht. Ich hoffe, die jetzt eingeplanten
WD60EARZ (blue) auch nicht.
Die Farbangabe hat was mit dem vom Hersteller vorgesehenen
Einsatzzeweck der Platte zu tun. Also Augen auf beim Plattenkauf.
Es gibt Platten für USB-Gehäuse und NAS-System, die nach wenigen
Sekunden die Kopfe parken und die Drehzahl reduzieren, und es gibt
Desktop oder Serverplatten, die das nicht tun.
https://idomix.de/wd-black-blue-red-purble-was-die-farben-bei-western-digital-bedeuten
W.
Ich erinnere mich gerade an die alte Seagate ST296N. Die hatte noch einen
SChrittmotor für die Kopfpositionierung. Beim Ausschalten wurde der
Spindelmotor zum Dynamo, der den Schrittmotor ansteuerte um in die
Parkposition zu fahren.
"BRRRR_R_R_R_R_R___R__R__R___R___R___R_____R_____R____KLock____Klock_______Klock"
--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
Hergen Lehmann
2018-03-15 12:47:02 UTC
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Raw Message
Post by Detlef Wirsing
Post by Shinji Ikari
Ja, heutige Festplatten mit weitaus mehr Kapazitaet (aktuell bis 12TB
im 3,5" Format auf dem Consumermarkt verfuegbar) schreiben so eng dass
es schwieriger ist die geschriebenen Daten sauber auszulesen.
[...]
Deshalb bin ich erstaunt, wie zuverlässig heutige Platten mit großen
Kapazitäten funktionieren.
Wahrscheinlich ist das eine direkte Folge der Tatsache, dass die Daten
sich nur noch schwer sauber auslesen lassen.

Während man in der Festplatten-Steinzeit die Bits noch mittels einer
primitiven Modulation (MFM/RLL) 1:1 auf die Platte schrieb und lediglich
mit besseren Prüfsummen sicherte, wird heute doch sehr viel mehr Aufwand
um die Datensicherheit getrieben.

Es wird bereits beim Schreiben reichlich Redundanz (ECC) hinzugefügt.
Eine komplexe, adaptive Modulation erzeugt gezielt gut erkennbare
Magnetisierungsmuster. Das Lesesignal wird nach analoger(!)
Konditionierung mit aufwändiger Signalverarbeitung (EPRML) untersucht
und das wahrscheinlichste Bitmuster rekonstruiert. ECC erlaubt es, auch
mehrere aufeinander folgende Bitfehler korrigieren. Und moderne
Filesysteme (zfs, btrfs, etc.) erkennen schließlich auch noch Fehler
beim Übertragungsweg vom Plattencontroller in den Hauptspeicher.
Post by Detlef Wirsing
Meine Ausfälle sind gering. Von ca. 20
halbwegs aktuellen Platten (ab 1 TB) ist mir eine in den letzten
Jahren ausgefallen. Das kündigte sich durch die SMART-Werte an und
wurde von WD innerhalb der Garantiezeit problemlos geregelt.
Nicht zuletzt sind die Platten so billig geworden, das man ohne allzu
große Bauchschmerzen ein RAID anlegen und zusätzlich Backups bereit
halten kann.
Post by Detlef Wirsing
umziehen, sobald der Platz ausgeht. Deshalb kopiere ich häufiger große
Datenmengen, die ich danach mittels MD5-Checksummen überprüfe, damit
sich keine Kopierfehler einschleichen. Ich hatte bisher keinen
einzigen.
Ist nicht dumm.
Ich hatte auf der Ebene "Kopiervorgang" schon mal herbe Datenverluste,
weil eine defekte Netzwerkkarte alle x Gigabyte einen Datenblock fraß.
Als sich das Problem hinreichend als rezidivierend manifestiert hatte,
war es schon zu spät, und das Archiv incl. Backups kompromittiert.

Seitdem markiere ich große (Video-)Dateien schon direkt nach dem
Erstellen mit einer CRC32 im Dateinamen und erzeuge vor größeren
Umkopieraktionen zusätzlich noch ein MD5-File über den gesamten
Verzeichnisbaum.
Post by Detlef Wirsing
Den Hersteller halte ich auch für egal.
Jeder Hersteller hatte schon Montags-Serien, und allzu groß ist die
Auswahl eh nicht mehr.

Hergen
Detlef Wirsing
2018-03-15 15:55:14 UTC
Permalink
Raw Message
Hergen Lehmann schrieb:

[...]
Post by Hergen Lehmann
Seitdem markiere ich große (Video-)Dateien schon direkt nach dem
Erstellen mit einer CRC32 im Dateinamen und erzeuge vor größeren
Umkopieraktionen zusätzlich noch ein MD5-File über den gesamten
Verzeichnisbaum.
[...]

Ich erstelle sofort nach der Aufnahme eine MD5-Checksumme des
Videostreams. Der wird dann üblicherweise ein Mal auf den
Bearbeitungsrechner kopiert, geschnitten (neue MD5) und ins Archiv
verschoben - jeweil mit Prüfung der Checksumme. Insgesamt habe ich
hier mehrere Platten mit zurzeit 53 TB in Betrieb. Bisher trat beim
Kopieren kein Fehler auf, außer bei der vorher erwähnten defekten
Platte, die auf Garantie von WD ausgetauscht wurde. Es handelte sich
nur um zwei kleinere Fehler auf einer WD20EARS. Eine ältere Platte
desselben Typs läuft hier immer noch fehlerfrei, obwohl sie täglich in
Betrieb ist.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing
Arno Welzel
2018-03-15 22:24:38 UTC
Permalink
Raw Message
Heiko Wetteborn:

[...]
Post by Heiko Wetteborn
Nun habe ich vor einem Jahr eine 1 TB Festplatte, ebenfalls von Samsung,
in den Rechner eingebaut, womit dann drei HDDs ihren Dienst verrichten
sollten.
Und bereits nach 9 Monaten tauchten auf dieser 1 TB-Platte erste
Sektorfehler auf und die Schreibgeschwindigkeit sank langsam ab. Nun hat
sie vor 3 Tagen ihren Dienst völlig versagt. Sie wird nicht mehr von
Windows gefunden, obwohl sie beim Neustart des Rechners mit anläuft.
Pech.

Hier laufen seit November 2014 in einer NAS zwei 2 TB-Platten von WD
(WD20EFRX), die bis heute keinerlei Fehler aufweisen, obwohl die NAS
seit der Inbetriebnahme praktisch durchgehend in Betrieb war - nur
unterbrochen von ein paar Wochen, wo das Ding umzugsbedingt in einem
Lager war.
Post by Heiko Wetteborn
Sind die Festplatten, die vor 10 Jahren hergestellt wurden, für die
Ewigkeit gebaut und die heutigen Modelle allesamt für den Schrott
produziert?
Nö.
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
https://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de
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